• Foto: Joachim Rieger

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  • Foto: Susanne Müller-Geiger

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Das Projekt Familienhörbuch „Audio-Biografien schwer erkrankter Mütter und Väter. Patienten erzählen für ihre Kinder“ befindet sich zur Zeit in der Aufbauphase vom Pilotprojekt zum etablierten Angebot für Palliativpatienten.

Familienhörbücher als Zukunfts- und Lebensgeschenk für früh verwaiste Kinder soll nachhaltig etabliert werden: Kostenfrei. Unbürokratisch. Bundesweit.

Möchten Sie oder ein Familienmitglied an der Studie teilnehmen? 

In CORONA-Zeiten werden die Interviews und Gespräche für Ihr ganz persönliches Familienhörbuch auch ONLINE durchgeführt.

Um Ihre Anfragen rund um die Projektteilnahem zeitnah beantworten zu können, bitten wir Sie um eine Mail an kontakt@familienhoerbuch.de mit folgenden Angaben:

Wohnort – Kontaktdaten – Alter der Kinder – Diagnose  und einige Zeilen zur Person.

Sie erhalten dann einen Basisbogen, den Sie ausfüllt an Frau Dr. Hesse faxen oder postlisch senden. Das Uniklinikum Bonn entscheidet über Ihre Projektteilnahme, die jedoch unabhängig vom Wohnort ist und für alle Palliativpatienten mit kleinen oder heranwachsenden Kindern möglich ist, unanhängig vom Wohnort und behandelndem Arzt oder behandelnden Klinik.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass es leider zurzeit auch zu Wartezeiten kommen kann. Das Projekt ist im Aufbau.

Hier erhalten Sie weitere Informationen

 

Universitätsklinikum Bonn
Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin

Ansprechpartnerin:

Dr. Michaela Hesse MSc Palliative Care
Tel.: +49 (0)228/287-15529
Fax: +49 (0)228/287-16315
Michaela.Hesse@ukbonn.de

Dr. Michaela Hesse: MSc Palliative Care, wissenschaftliche Mitarbeiterin Uniklinikum Bonn, Klinik und Poliklinik Palliativmedizin, begleitet das Projekt wissenschaftlich (Aufklärung, Einwilligung, Begleitevaluation) und steht zur Nachsorge/Supervision für Patient*innen und auch für Judith Grümmer zur Verfügung.

und
Kontakt Familienhörbuch

Das Angebot für sterbenskranke junge Mütter und Väter

Das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte ist eine Ressource für schwerkranke Menschen, die darüber reflektieren und sprechen möchten, was ihnen in ihrem Leben wichtig war.

Während des Erzählens erleben sie sich nicht mehr als von Krankheit und Tod gezeichnet, sondern als Persönlichkeit mit einer eigenen anzuerkennenden Geschichte, die weit mehr ist als die aktuelle Erkrankungssituation.

Das therapiebegleitend angebotene Familienhörbuch-Projekt anerkennt, dass jeder Mensch, auch der junge, eine Geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden und die es auch wert ist, dass man ihr zuhört.

Die bisherigen Begleitstudien zeigen, dass Patienten sich nochmal sehr motivieren und nochmal alle Kräfte mobilisieren, um ihren Kindern etwas zu hinterlassen und auch die Deutungshoheit über ihr Leben zu haben, das die Kinder ihre Geschichten nicht nur von anderen hören, sondern von ihnen selbst.

Der Bedarf nach therapiebegleitenden Familienhörbüchern ist groß. Das Nacherzählen der eigenen Lebensgeschichte erzeugt oft Dankbarkeit, schafft aber auch einen Abschluss. Die Kinder erfahren die Geschichte ihres verstorbenen Elternteils aus erster Hand.

Dass die Audiobiografie-Arbeit von Palliativpatienten als wertschätzendes Angebot gerne angenommen wird, ist ein wichtiger Aspekt des Projektes.

Wichtiger, weil noch wesentlich zukunftsrelevanter, ist das Familienhörbuch als Instrument der Trauerbewältigung und als Präventionsmaßnahme für früh verwaiste Kinder.

Das Familienhörbuch als Präventionsmaßnahme gegen posttraumatische Belastungsstörungen früh verwaister Kinder?

„In jeder dritten Familie, in der ein Elternteil an Krebs erkrankt, leben minderjährige Kinder.“ (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft)

Der Tod der Eltern ist für Kinder ein traumatisierendes Erlebnis, das ihre psychische Entwicklung beeinträchtigen kann. Verwaiste Kinder haben im Vergleich zu nicht-betroffenen Kindern generell ein höheres Risiko für psychische Störungen. „Je jünger das Kind ist, desto höher ist sein Risiko, später eine psychische Erkrankung zu entwickeln“, so die Forschung. Diese Vulnerabilität bleibt unabhängig von anderen Einflüssen lebenslang bestehen. Außerdem weisen Kinder, die ihre Mutter verloren haben, eher dissoziative Symptome und andere Auffälligkeiten auf als Kinder, deren Vater verstorben war. An der Schwelle zur Pubertät leiden früh verwaiste Kinder  mehr unter Störungen wie zum Beispiel Essstörungen und Dissoziationen litten als Jugendliche (Quelle: Ärzteblatt: https://www. aerzteblatt.de/archiv/168739/Verwaiste-Kinder-Psychologische-Folgen-des-Elternverlusts).

Geplant ist eine Langzeitstudie um die Wirkung von Audiobiografien als Instrument der Trauerbearbeitung für Kinder zu erforschen.